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Calmy-Rey In Armenien Oel Koennte Im Konflikt Um Berg-Karabach Karte

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    CALMY-REY IN ARMENIEN OEL KOENNTE IM KONFLIKT UM BERG-KARABACH KARTEN
    neu mischen Hintergrund Von Anja Germond, SDA

    Schweizerische Depeschenagentur AG (SDA)
    SDA - Basisdienst Deutsch
    9. Juni 2006

    Bern

    Der Konflikt um Berg-Karabach, den Bundesraetin Micheline Calmy-Rey
    beim Besuch in Armenien ansprechen moechte, ist einer der aeltesten
    in Europa. Ein Abkommen ist nicht in Sicht, doch durch das Oel von
    Baku koennten die Karten neu gemischt werden.

    Aserbaidschan erlebt derzeit einen Wirtschaftsboom wegen seiner
    Einkuenfte aus der Oelindustrie. Die Pipeline Baku-Tiflis-Ceyhan (BTC)
    zwischen Aserbaidschan un der Tuerkei ist seit dem 27. Mai in Betrieb
    und wird am Dienstag eingeweiht. Die 1767 Kilometer lange Roehre soll
    jaehrlich bis zu 50 Millionen Tonnen Oel transportieren.

    Amerikanische Interessen

    "Die wirtschaftlichen Gewinne koennten sich im Konflikt um die Region
    Berg-Karabach zu Gunsten Aserbaidschans auswirken", sagt der fruehere
    Staatssekretaer Edouard Brunner gegenueber der Nachrichtenagentur
    SDA. Der Schweizer Ex-Spitzendiplomat war 1995 als Sondergesandter
    der UNO in die suedkaukasischen Laender gereist.

    Das Pipeline-Projekt wird von der US-Regierung unterstuetzt und
    duerfte die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Baku und Washington
    befluegeln. Gemaess Analysten sind die USA namentlich an einer Loesung
    des Konflikts interessiert, damit der Oeltransport nicht durch einen
    neuen Krieg gefaehrdet wird.

    Ein wirtschaftlich erstarktes Aserbaidschan werde auch die Mittel
    haben, militaerisch aufzuruesten, sagt Brunner. Bisher haetten die
    Armenier aufgrund militaerischer Ueberlegenheit die Gefechte jeweils
    gewonnen.

    Hunderttausende in Fluechtlingslagern

    Armenien und Aserbaidschan streiten sich seit langem um die Region
    Berg-Karabach. Berg-Karabach gehoert voelkerrechtlich zu Aserbaidschan,
    historisch gesehen ist die Region jedoch Teil von Armenien.

    1988 eskalierte der schwelende Konflikt nach anti-armenischen Pogromen
    in Aserbaidschan in einen offenen Krieg, in dessen Verlauf beide
    Seiten ethnische Saeuberungen vornahmen.

    Nach auf dem Internet-Protal Wikipedia publizierten Schaetzungen
    starben rund 17 000 Armenier und 25 000 Aserbaidschaner.

    Hunderttausende wurden zu Fluechtlingen. Seit 1994 ruhen die Waffen.

    Instrument fuer Propaganda

    Die Situation der Vertriebenen in Aserbaidschan koennte sich durch
    die groesseren finanziellen Ressourcen verbessern. In den letzten
    Jahren habe der von den Behoerden geaeufnete Oelfonds beigetragen
    zum Aufbau von Haeusern, Schulen und Spitaelern, heisst es auf der
    Internet-Seite der aserbaidschanischen Regierung.

    Verschiedene Beobachter geben zu bedenken, dass Aserbaidschan die
    Fluechtlinge als Propagandainstrument missbrauche. Das Land mache
    nichts zur Verbesserung der Situation in den Fluechtlingslagern,
    sagt Ernst Muehlemann, frueher fuer die Schweiz im Europarat, derzeit
    Vizepraesident des Ost-West-Forums.

    Aussenministerin Calmy-Rey hatte bereits im Februar in Aserbaidschan
    ein Lager mit Fluechtlingen aus Berg-Karabach besucht. Um "Symmetrie"
    herzustellen, kuendigte sie danach an, auch nach Armenien zu reisen.

    Die Schweiz hat wiederholt als Mediatorin zwischen den Konfliktparteien
    vermittelt.
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